Wie sagt man: "nur mal kurz eben...," in Portugal beträgt der Mindestlohn 505 €, eine einfache Wohnung kostet in Porto zwischen 200 und 250 €. Der Energieverbrauch pro Kopf beträgt in Portugal 1520 Rohöleinheiten, in Deutschland 2650. Kein Wunder, dass es hier so kalt ist.
Ich setzte den gestern bereits vorbereiteten Plan um. Rad beladen, locker und entspannt um die Ecke zum Bahnhof rollern und ab nach Braga. Der Zug schob sich in den Kopfbahnhof. Menschen eilten zur Arbeit. Erst mal mit dem Rad einsteigen und dann alles regeln. Der Schaffner kam, mit Händen und Füßen konnte ich ihm erklären, dass man mir die Information gegeben hatte, dass ich bei ihm eine Fahrkarten lösen könne. Er ließ sich überzeugen und ich mich in den Sitz fallen.
Mir zeigte sich der alte Teil von Braga mit seiner Hauptstraße (die Stadt soll 3. v. Chr. von den Römern gegründet worden sein). Eine Fußgängerzone von einem Tor zum Anderen.
Hellgrüne Setzlinge für den Gemüsegarten im Gärtnereiladen verkünden den Frühling. Braga hatte sich schon für Ostern geputzt. Altare in den Hausmauern wurden aufgeklappt und festlich mit Blumen geschmückt. Ihre heiligen Bilder mit den frischen Blumen sprechen mich an.
"Brasilia" mit seiner Jugendstilfassade musste ich unbedingt einkehren. Ältere Damen und Männer teilten sich den Laden. Die einen Rechts die anderen links. Das Haus war erstaunlich gut in Schuss, so etwas kann man nicht auslassen.
Auf der wunderbaren Bundesstraße N 103 ging es stetig aufwärts. Zuerst bis Povao de Lanhoso auf 520 m. Danach erfolgte der Abbau des Geleisteten auf 330 m, um dann bis Vieira do Minho wieder auf 545 m anzusteigen. Der gelbe Ginster begleitet mich. Von der Sonne gewärmte Eidechsen huschen über warm Steine. Hähne reklamieren ihren Hof durch heiseres Geschrei für sich. Die Eichenbäume haben hellgrüne mit
dunkel Rippen versehene Blätter getrieben.
Sie erinnern mich an Ehrungen meiner Kindheit für gute Turnübungen. Die Landschaft gleicht ein wenig der Toskana, vielleicht nicht so lieblich. Nach diesen kalten Tagen ist es wunderbar in der Sonne zu sitzen. Sabine hatte wieder Recht: in den Bergen wird es besser.
Die Fahrt ging so munter daher, dass ich den ersten Abzweig nach Geres nicht ernst nahm. Nach dem mich ein deutsch sprechender junger Cafehausbesitzer über die weitere Möglichkeit nach Geres zu gelangen aufgeklärt hatte, traten meine "Befürchtungen" ein. Von nun an ging's bergab. Das Sträßlein folgte dem ehemaligen Eselspfad. Gedrungene Feldsteinhäuser säumten sie. Zugkräftige Traktoren kommen hier leicht hoch und ein Radfahrer schnell runter. Innerhalb von 10 Min. hatte ich 270 Höhenmeter hinter mich gelassen. Die muss ich morgen wieder rauf.
| Blumengrüße... |
Strecke heute: 41,29; zeit i. Fahrt: 3,37 h
Ges. Strecke: 707,85 km
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