Samstag, 14. März 2015

Der Nordwind

Hier wird es schneller dunkel als bei uns, also doch schon "weit" südlich. Im Lokal spielten wieder zwei Fernseher um die Wette. Dieses Mal Fomel 1 in Australien und eine Show, wie man sich am Besten kleidet. Beim Bestellen bin ich auf der Seite des Sprachführers verrutscht. Es gab gebratenen Tintenfisch mit Reis. Den Reis wollte ich. Es war viel Knoblauch dabei und die Tuben doch recht weich. Es hat geschmeckt.

Die Übernachtung für 18 € war mit einer tröpfelnden Dusche verbunden, aus der sich das warme Wasser quälend langsam den Weg nach draußen bahnte. Die Russin an der Rezeption war freundlich und wies mir am Morgen den Weg zu einem preiswerten Frühstück. In einem Supermarkt saßen bereits mehrere Einheimische beim Kaffee und Brötchen (na ja, das heißt hier wohl anders). Aber für 1,98 € bekommt man in Berlin kein Kännchen Tee, einen Croissant und ein kleines rundes Puddingstückchen. So gestärkt machte ich mich auf den Weg.

Die Straßen entlang der Küste entsprechen der "geographischen Plattentektonik". Immer wieder Verschiebungen, die einen Anstieg notwendig machen. Glücklicher Weise geht es auf der anderen Seite wieder runter.

Die Landschaft ist vom Tourismus geprägt. Überall stehen Feriensiedlungen. Sie ziehen sich bis zu 3 km ins Landesinnere. Das Meer bekommt man von der Straße nur selten zu Gesicht.

...das ist kein Storch, der kommt weiter unten...
aber dem Strand zollt selbst die Möve Bewunderung 
In einem Tante Emmaladen kaufte ich Proviant. Ich mache das gerne. Man hat alles übersichtlich beisammen, das Rad im Auge und wird schnell bedient. Manchmal ist es auch wie in der Schule. Ich werde dann gebeten, weil ich wieder die einheimische Sprache probierte, nachzusprechen und jedes Wort drei Mal. Leider bin ich so untrainiert (oder alt), dass ich an der nächsten Ampel bereits überlegen muss wie das nun war.

Zum Glück gibt es viele Störche, sind sie doch die Hoffnungsüberbringer. Erstaunlich, dass sie so dicht neben der Straße auf kurzem Baum brüten.
 

Kulturell konnte ich mich auch bilden. Nossa Senhora de Guadalupe eine kleine Kapelle am Wegesrand, die seit ca. 1420 dort steht. Früher war sie umgeben mit weiteren Gebäuden, von denen nur noch die ausgegrabenen Grundmauern zu sehen sind. Ein Engländer hat sie gegründet. Wenn der kalte Nordwind, der mir besonders im Schatten kalte Schauer übers "Fell" jagt, nicht so heftig wehen würde, wäre es eine gemütliche Tour gewesen.



Tagesstrecke:56,84, gefahren: 4:05, Pausen: 2:09, Gesamt 155,41 km
(Leider hatte ich vergessen rechtzeitig die Batterien im Streckenzähler zu wechseln, deswegen heute nur diese Daten)

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