Die Altstadt von Bordeaux ist Unesco Weltkulturerbe. Kein Wunder bei einer 2300 Jahre (Kelten, Römer, Franken) währenden Geschichte und einem guten Zustand der Altbauten. Aus diesem Grund dient dieser Teil der Stadt in vielen Filmen als Kulisse.
Die meisten Häuser sind aus Sandstein errichtet. Ihre Fassaden sind gemütlich mit Gesimsen und Vorsprüngen geschichtet. Sprossenfenster, in bürgerlichen Häusern schön groß, nehmen den Bauten die Schwere. Schmale Gassen zeigen die dichte Bebauung, die Nachteile hat. Viele, viele schwarzgraue
Nager treiben im Dunkeln ihr Unwesen. Die Stadtverwaltung kämpft dagegen an. Stadttore weisen den Weg aus der Stadt. Sie sind beeindruckend. Eines trägt eine große Glocke. Sie ziert wohl auch das Stadtwappen.
In der Umgebung finden sich Plätze mit Bars und Brasserien. Man sitzt trotz der frischen Temperatur draußen und plaudert.
Ich habe ein Büchercafè gefunden, gemütlich und originell. Dort bin ich nicht der Einzige der schreibt. Der junge Mann am Nebentisch erzählt mir auf Englisch, dass das Deutsche Generalkonsulat einen Sitz in Bordeaux hat. Das kann ich bei dem Wein und den Austern gut verstehen. Ich verstehe auch, dass die Stadt Michel de Montaigne, einem bekannten Philosophen und Humanisten als Bürgermeister hatte.
| Der "Ku'damm" von Bordeaux |
Den Marathon musste ich laufen lassen. Ich hatte schlecht geschlafen und außerdem regnete es. So saß ich im Hotel auf der Bettkante und nähte meine Radverpackung. Sie ist recht hübsch geworden. Hoffentlich hält sie, was sie verspricht.
Als ich am Sonntag gegen Mittag, in die Stadt hineinradelte, hatte ich den Eindruck, die Menschen sind mit den Kehrfahrzeugen des gestrigen Laufes weggefegt worden. Vorher hatte ich aber noch ein nettes Erlebnis. Auf einem Markt vor einer "Kaufhalle" wurden an mehreren Ständen austern verkauft. An der Seite eines Kleinlasters hatten Männer ein Klapptisch aufgestellt. Darauf standen Weingläser. Ich fragte ob ich mal Austern probieren könne. Sie lachten. Ich konnte.
Mit geübter Hand wurden mir drei Stück geöffnet. Sie sahen gespannt zu, wie ich die "Dinger" wegsaugte. Wo ich herkomme und was ich hier mache. Meine Antwort kommt schon ganz gut "rüber." Für die Austern zahlte ich einen Euro.
Erst später waren wieder mehr Einheimische unterwegs. Das Wetter war immer noch trübe. Da bieten sich Museumsspaziergänge an. Das "Musee des beaux-arts de Bordeaux" und das "Musee d' Aquitaine de Bordeaux" waren ein gelungener Zeitvertreib. Ich schaue mit gerne Ausgrabungsstücke und alte Werkzeuge an.
| Immer wieder die Mutter |
Das Beil, Geschossspitzen, Krüge etc. sind in ihrer Grundstruktur bis heute unverändert geblieben, das finde ich beeindruckend. Die vielen Bilder mit religiösen Themen werden langsam Langweilig. Die Motive gleichen sich doch zu sehr.
Morgen früh werde ich mit dem Rad 20 Min. zum Flughafen fahren. Die Demontage und Verpackung erledige ich dort, da ich alles gut vorbereitet habe, müsste es klappen.
Eine solche Reise bleibt nicht ohne Folgen. Sie erzeugt Veränderungen, Manche sind schnell erkennbar, andere kommen erst mit der Zeit. Hinterher ist man nicht mehr der Selbe. Ein paar "Dinge" möchte ich ändern, 'mal sehen wie das ankommt.
Danke an Alle, die mich lesend und schreibend begleitet haben. Eure Beiträge haben mich getragen. Vielen Dank. Hier bringen die Kastanien gutes Grün in die Stadt. Ihre Kerzenblüten beginnen erstes Weiß zu zeigen, hier ist Frühjahr.