Donnerstag, 16. April 2015

Meeresrauschen

Da ich kein Internet hatte hinken die Beiträge etwas hinterher. Das ist nicht schlimm, denn während der Fahrt schreibe ich alles in meine kleines Buch. Und nun bin ich "nachtragend."
Landstraße D 652
Ich befinde mich auf der Strecke Léon - Mimizan.

Irgendwann bin ich von der D 652 Richtung Meer abgebogen. Irgendein "Plage..." Die ca. 4 km langen Sackgasse endete mit einem riesigen Parkplatz. Was muss hier im Sommer los sein. Jetzt lagen die Parkplatzwächter noch in ihren Betten und  die Fritten- und Eisbuden dachten so langsam ans Aufwachen.

Der Strand hatte trotzdem Besucher. Eine Schar Kinder lernten Surfen. Sie hatten rote Westen an, damit der Lehrer sie auch  nicht verliert. Die Eltern schauten zu. Ein paar Strandläufer/innen und frühe Sonnenanbeter/innen sind auch unterwegs.

Ich sitze am Dünenrand im feinen Sand und lasse die Seele baumeln. Kein Wölkchen trübt des Himmels blau. Rechts und links so weit das Auge reicht Düne und feiner Sand. Eine lichte Briese weht, bei der Sonne eher angenehm. Das Meer bietet ein schönes Schauspiel. Heute kommt es mir wuchtig, wirblig, weich und weit vor.



Es gibt ein helles Grundrauschen als würden kleine gläserne Murmeln ständig aus einem Becher ineinander geschüttet werden. Dazu kommen Variationen wie langgezogenes Sprudeln, klatschendes Wasser und manchmal ein dumpfes Wummern.

Ich denke an meine Eltern, die bei Büsum im Meer bestattet sind.
Ob sie einen Ausflug hierher gemacht haben? Auf dem Weg zum Rad kommen mir junge Burschen mit Surfbrettern unter dem Arm entgegen. Mich freut es, wenn Menschen lustvoll ihrem Sport nachgehen.

Auf der Straße fährt es sich gut. Inzwischen habe ich mitbekommen, dass es parallel zur Straße den Atlantikradweg gibt. Man muss nur den Zeichen folgen und schon ist man hoch im Norden. Er schlängelt sich abseits der Straße durch die unendlichen Pinienwälder und ist einfach zu befahren. Glatt seltene kleine Steigungen, zu dieser Jahreszeit kaum Gegenverkehr.

Atlanticradweg
Die "Gespräche" mit Einheimischen, sind immer wieder beeindruckend und lustig. Die meisten können ein paar Brocken Englisch  und ich ein paar Brocken Französisch. Der ältere Herr bei der Bäckerei fragte nach meiner Gangschaltung. Wie viele Gänge und ob sie empfindlich ist. Ich konnte alles beantworten und wir verabschiedeten uns freundlich. Oder der Mann, den ich am Kreisverkehr anhalten musste, weil ich mir klar war, dass die Richtung nicht stimmt aber kein Hinweis auf die richtige Richtung zu erkennen war.
Am Radweg

Nach dem ich ihm durch die geöffnete Seitenscheibe klar gemacht hatte was ich wollte, stieg er aus und beschrieb mir mehrfach mit unterschiedlichen Worten den Weg. Er nahm sich Zeit und gab sich Mühe, mir verständlich zu machen wo es lang geht. Ich fand den Weg.
Mimizan

Irgendwann wollte ich untergehende Sonne satt haben und fuhr zum Strand von Mimizan. Die Idee hatten noch Andere. Leider war er dann nicht so sensationell aber er war trotzdem schön.

Gefahren: 71,6 km; Zeit: 4:22 h; Unterwegs: 7:41 h;    (1904,97 km)





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