Der Atlantikradweg ist gut zu befahren, es gab selten Grund davon abzuweichen. Auf dem Campingplatz hatte ich einen Plan vom Weg erhalten und konnte so einige kleinere Umwege über die Straße abkürzen. Es war mäßiger Verkehr.
Der Weg durch die Pinienwälder, die fast ausschließlich Wirtschaftswälder sind, wird immer wieder durch kleine Weiler unterbrochen. Kleine Flüsschen kreuzen ihn oder es sorgen große Seen für Abwechslung. Sie erinnern an unsere Brandenburger Seen mit ihren Kiefern an den Ufern und ihren sandigen Böden, die uns die Eiszeit hinterlassen hat. Immer wieder versuchen Angler ihr Glück. Mancher holt mit geduldig geübter Hand auch 'mal einen Fisch an Land.
Erstaunlich, dass die Erde an manchen Stellen schwarz und fett wirkt. Dort wird Gemüse für den Eigenbedarf angebaut. An einer Stelle spiegelte sich die Erde besonders schwarz. Über fünf Wagenlängen waren Furchen nebeneinander gezogen worden. Einige waren bereits angehäufelt. In den offenen Reihen lagen Kartoffeln im gleichen Abstand. Eine kräftige Frau in blauer Hose und rotem Hemd war mit einer Hackenschaufel dabei, die Kartoffeln mit Boden zu bedecken. Sie lachte als ich hielt und ein Gemüsebeet fotografierte. Ich ging zu ihr, um einen Wunsch für gutes Wachstum zu überbringen. Als ich ihr gegenüberstand und " bon Pomm de Terre" zu ihr sprach und mit den Händen eine, einen Kürbis umfassende Bewegung machte, wusste ich, dass meine Sprachkenntnisse hier nicht mehr ausreichen würden, um differenziertes Verstehen zu ermöglichen. Denn im Augenblick meines Sprechens bückte sie sich, um mit dem Spaten ein weiteres Stück Furche zu schließen. Es bot sich mir ein Einblick holder Weiblichkeit, wie ich ihn schon lange nicht mehr hatte. Sie hob beim Aufrichten drohend die Schaufel und mit einem Lachen sprudelte sie mir einen Schwall Wörter entgegen. Die Worte Pomme de Terre und Tet konnte ich herausfilterte. Ich verstand, dass sie mir ihre Kartoffeln an den Kopf werfen würde, wen ich nicht schnell verschwinde. Mit den besten Wünschen für gutes Gelingen trat ich den Rückzug an. Aus diesem Grund gibt es nur ein Foto von den Kohlsetzlingen und das ist auch ganz schön.
Nett war auch die Begegnung mit Joshua und seinem Hund Nero. Beide kommen aus England. Joshua hatte für den Hund extra eine kleine Plattform auf den hinteren Gepäckträger montiert. Auf ihr saß Nero und fuhr mit. Beide wollen Richtung Süden und später über Frankreich, Italien Slowenien....Griechenland usw. wieder zurück nach England radeln (neroandme.com).
| Mittagsmahlzeit für Fernradler |
Furchtbar sind die blühenden Pinien. Pfeift der Wind durch ihre Zweige fegt er Millionen feinster Pollen aus den Blüten. Die Pollen bilden wirbelnde Fabelwesen über den freien Flächen und belegen Alles mit einem feinen Gelb. Ich musste zwei Mal anhalten, um mir die Augen mit Wasser auszuspülen. Es liegt auch an der Wärme, dass sie im Augenblick so bereitwillig ausschwärmen. Am Nachmittag legte ich mich in den Schatten und
döste fast 30 Minuten.Die Düne von Pyla ist riesig. Sie wandert und verschluckt dabei nach und nach den Zeltplatz auf dem ich übernachtete. Von oben hat man einen Überblick über die unendlich weit wirkenden Pinienwälder und das Meer. Kein Wunder, dass es hier immer wieder Waldbrände gibt.
Gefahren: 68,72 km; 4:02 h; unterwegs: 6:12 h; (1973,69 km)
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