Wie immer ergeben sich solche Situationen wie von selbst. Ich stand an der Theke und fragte nach einem typischen Getränk der Gegend. Es entstand eine kleine Diskussion zwischen dem Wirt un d den Gästen, in der mehrfach der Name Sidra vorkam.
| Die besagte Fabrik |
Die Führung hatte wegen eines Unfalls nicht stattfinden können. Der Kellermeister, Estebar do Catalania war bei der letzten Führung in einer Pfütze ausgerutscht. Die dadurch entstandene Beschleunigung seiner Bewegung konnte er nicht mehr rechtzeitig abfangen. Mit einem, für sein Alter angemessenen, Überschlag sei er in den großen hölzernen Gärbottich geflogen. Ehe er wieder rausgeholt werden konnte, hatte er soviel von dem gegoren Most geschluckt, dass er seinen Namen nicht mehr hätte zusammenhängend aussprechen können. Alle mussten immer wieder herzhaft lachen und es hätte nicht viel gefehlt und ich hätte den gleichen Zustand erreicht. Nette Leute nahmen mich mit dem Auto zurück und so kam ich in mein Bett.
Jetzt radle ich an Apfelbaumplantagen vorbei. Sie sehen nicht so aufgeräumt aus wie die des letzten Jahres in Südtirol. Es ist ja auch noch kein richtiger Frühling. Alles ist noch kalt. In der Umgebung der Dörfer sieht es manchmal wie in den Alpen aus. Man hat es hier gut. Rechts das Meer, links die Cordillera...(Alpen). Nicht weit weg von hier ragen sie bis über 2000 Meter auf. Duft von Kuhdung steig mir in die Nase, Kuhglocken läuten.
Die Straße hat sich auf Küstenniveau herabgelassen. Ein Fluss hat über die Jahre einen breiten Strand gebildet. Er lädt zum Verweilen ein. Ein großer Parkplatz und eine Surfschule künden von den sommerlichen Aktivitäten. Trotz der Osterspaziergänger wirkt der Ort einladen und hinter einem großen Stein finde ich etwas Windschatten. Es ist Zeit für das Ostermahl. Bald faucht der Kocher und im Topf köchelt eine würzige Gemüsesuppe.
Ich muss feststellen, dass die Qualität spanischen Weißbrotes mit den Tagen erheblich abnimmt. Vier Tage in der Satteltasche sind zu viel. Die Salami, das Gemüse und die Orangen hingegen halten gut durch. Selbst die grünen Bananen reifen bei einem längerer Transport in der Tasche ausgezeichnet.
Bis Ribadesella, einem Touristenort "erster Sahne", muss ich mich noch ein paar Mal heftig gegen den Wind hügelaufwärts stemmen. Meine Hotelsuche endet mitten im Ort. Im Hotel "Covadonga" werde ich von der bestimmt 85 jährigen Patronin (das Wort stimmt nicht!) empfangen. Sie hat sich vornehm zurecht gemacht und kommt mir an einem Gehstock mit silbernem Knauf entgegen. Sie versteht was ich möchte. Bei der Auswahl eines Schlüssel wird sie jedoch unsicher. Der Wirt kommt aus dem Hintergrund und schiebt sie liebenswert aus der Rezeption. Ich finde eine reizende Bleibe für diese Nacht. Das ist mir auch recht so, denn es schieben sich dunkle, böse Wolken über die Berge. Im Regen wollte ich nicht stehen bleiben. Es ist, muss ich nach einem Spaziergang sagen, saukalt. Mein Schlafsack muss her.
| Eingangsbereich zu den Schlafstätten |
Ganz österlich entspannt bin ich
40,87 km in 3:21 h gefahren, habe damit 920,7 km ( 1332,37 km) zurückgelegt und war 6 Stunden unterwegs.
Das klingt ja wirklich nach einem juten spannenden Osterspaziergang, inklusive Radeln.
AntwortenLöschenWie gut, dass du nicht in den Gär-Bottich gefallen bist, Rüdiger.
Und - wie immer - schönen Dank für die Fotos.
Bei uns soll es ja so langsam wärmer werden (Freitag winkt mit 20 Grad!) - und vielleicht wird es jetzt auch bei dir während der Fahrradtouren etwas wärmer und frühlingsfreundlicher.
DAS wünsch ich dir ... :-)