Montag, 6. April 2015

Pilgerweg und bela Vista

Mein Radweg führt mich z.Z. am Pilgerweg entlang. Rucksackbeladene schreiten mir entgegen. Erstaunlicher Weise führt der Weg immer wieder auf der Straße entlang. Man grüßt sich und pilgert weiter.

Vielleicht liegt es an diesem Weg, dass ich den Eindruck habe, eine solche Tour ist auch ein Durchradeln des eigenen Lebens. Ich weiß nicht genau wie es kommt, sind es Gerüche, Gesten von Menschen oder bestimmte Landschaftsansichten, die mich mit Stationen meines Lebens in Verbindung bringen? Gestern am späten Nachmittag wollte ich die Kirche besichtigen. Ein Kind wurde getauft. Die Familie stand um den Altar. Ein kleiner Bub spielte mit der größeren Schwester vor dem Altar. Gütig versuchte der Priester die Beiden in den Kreis der Familie zu
Wenn man gegen die Sonne schaut.
leuchten Blätter in  schönem Rot
bitten. Beim Mädel hatte er Erfolg, der Bub nahm von seinem Wunsch Abstand. Mit fiel die Frage ein, wie bist du geworden was du bist?


Hätte ich auch Pfarrer werden können? Eine helfenden Beruf habe ich. Ich springe gerne bei und halte es schwer aus, wenn sich Menschen quälen. Das Leben unbeschwert zu bewältigen ist doch schöner obwohl eine kleine Portion Belastung immer ganz wichtig ist. Ohne Druck gibt es keine Bewegung....Bilder rufen Erinnerungen hervor und verändern vorhanden Bilder. Darin besteht die Chance dieser Reise.
Ostermontag wir hier nicht gefeiert.  Viele Geschäfte sind offen. In der Bankfiliale brennt Licht und am Schreibtisch wurde eifrig fakturiert. Das Leben scheint normal weiter zu gehen. Wie immer fing es bergauf an. Später folgte die Nebenstraße der Küste wie eine leicht gelockte Wella Föhnwelle der Küstenlinie. Wieder kleine Dörfer, Kühe auf den Weiden, Hühner, die im Gehege scharren. Der Himmel ist blau und der Wind bläst merklich. Doch dann kommt der Hammer!

Wieder hat ein Fluss über die Jahre Sediment an der Küste abgelagert. Es ist eine breite Bucht entstanden. Wellen schlagen an den Strand. An den Seiten ist er von steilen Felsen begrenz. Eine Seite ziert ein durchbrochener Felsen. Im Durchbruch brechen sich die Wellen. Das weite Meer löst sich im Horizont auf. Am windgeschützten Platz verweile ich.



Aufwärts geht es weiter. Nicht so steil, gemächlich folgt der Asphalt dem Berghang. Und dann nach der nächsten Kurve ergreifendes Verblüffen. Ein Stück im Landesinneren erhebt sich ein Felsmassiv. Majestätische Berge, schneegekrönt. Die helle Sonne taucht Wiesen und Bäume im Vordergrund in schönes Licht und lässt den Berg erstrahlen. Für solche Blicke lohnt sich jede Reise. Der Peak Europa erhebt sich über 2000 Meter nicht weit vom Meer.

Peak Europa
Später komme ich nach Llosa. Ein hübsches Städtchen an der Küste. Aufgeräumt und touristisch erschlossen ohne Altes völlig aufzulösen. Auf einem Platz sitzen vor den Lokalen Menschen in der Sonne. Kaum ein Stuhl ist frei. Sie haben dick wattierte Jacken an und hoffen auf den Frühling.
Später wird der Wind heftiger. Früh kam er von links vorne später von rechts vorne. Ein kleines Stück schob er mich, welch eine Wonne. Noch später treibt er die trockenen Herbstblätter des letzten Jahres in Wirbeln über die Straße. Es ist heftig und anstrengend zu fahren. Immerhin gab es mehrere Abschnitte auf denen ein gleichmäßiges Dahinrollen möglich war. Nach fast 60 km hatte ich gegen 16:00 Uhr genug und hielt am nächsten Hotel. Es sind einige Wanderer hier.

Tagesstrecke: 59,38 km;    Ges.- strecke: 980,35 km     (1391,75 km)
 Ges. Zeit: 6:14

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