Kleine Steigungen kosten kaum zusätzliche Energie. Zwischendurch gab es heute zwei heftige Anstiege bis 316 m. Rund 389 Höhenmeter, bei 8% Steigung. Keine spektakuläre Gegend. Wieder wie Mittelgebirge. Die Wälder und Büsche an den Bächen tauschen allmählich ihr Wintergrau gegen ein zartes Grün ein. Besonders der Holunder hat es eilig, erträgt schon kräftige Blätter.
Die Straße wurde von einem Fluss begleitet. Dort wo er flacher war und ein breites Bett hatte, spiegelte sich das wenige Sonnenlicht blitzhaft in den Schuppen von Fischen.
Ich musste zwei Mal hinschauen. Unterwegs traf ich noch einen Spanier, der bereits drei Mal mit dem Rad in Deutschland unterwegs war. Er kante die Gegend gut und fand meine Entscheidung, auf der Nationalstraße zu fahren gut. Die andere Straße hätte mich kaputt gemacht.
Die beiden Bilder sind extra für Leni zur Erinnerung an unsere erste Tunneldurchquerung. Diese Tunnel hier waren nichts dagegen.
Es wäre wieder eine Straße für Leni. Man kommt gut voran und die Steigungen sind recht leicht machbar. Nervig ist der Verkehr. Die Trucks sind rücksichtsvoll. Manchmal fahren Autos im 3 Sekundentakt an einem vorbei. Heute war ich bestimmt ein guter Schadstofffilter. (schreibt man das so?)
Die Langeweile und Neugier trieb mich gestern Abend ins "La Ribera" in der alte Markthalle. Sie liegt nicht weit von der Pension entfernt, ich komme schnell nach Hause. Viel junges Volk aber auch ein paar ältere Paare. Der Rundblick zeigt, es gibt Männer hier, die älter als ich aussehen. Schwangere, Mütter und Väter mit kleinen Kindern, Mütter mit Töchtern eine schöne Mischung. Eine grell geschminkte junge Frau spricht mit heftiger und kratziger Stimme auf ihren "Geliebten" ein. Mir ist so als ob das heute nichts wird - aber man weiß nie.
"Moby Dick" spielte Gitarre und sang dazu traurige Balladen. Das klang wunderschön und rührte das Herz. Aber irgendwann war es mir zu viel Herzschmerz und ich musste die Kneipe wechseln. Meine Gedanken drehten sich um die "Seichtigkeit des Scheins" vs "Leichtigkeit des Seins." Ersteres kann man leicht über das Fernsehen lernen. Meiner Meinung nach kommt man damit nicht weit. Weiter kommt man mit den Rundungen, das ist wiederum nicht ganz so einfach. Es bedarf einer Arbeit, die sich am Besten im Austausch zwischen ich und du gestalten lässt. Diese Reise bringt mich hoffentlich auch wieder eine Rundung weiter obwohl das Du weit weg ist.
In der nächsten Kneipe gleich gegenüber der Pension musste ich dann erst 'mal einen Branntwein trinken. Für 2,50 € bekommt man so Einen eingeschüttet, das die Zahnbürste ganz ruhig in der Hand liegt. Na, ich habe gut geschlafen.
Jetzt (also vor gut 2 Std.), nach dem mir die Polizei gesagt hat, es das ein Hostal in Deba gibt und der Zugang über das Tourismusbüro (das um 17 Uhr öffnet) möglich ist, bin ich gespannt, was das wird Es wurde nichts, denn ich konnte keinen Pilgerausweis vorweise. Die Dame wollte sich nicht erweichen lassen. So bin ich in einer sehr ordentlichen Pension gelandet. Ich kann morgen die Nationalstraße weiter fahren. Sie begleitet in weiten Teilen die Küste und dann gibt es noch eine sehr schöne Nebenstraße. Sie führt auf 407 Meter hoch. Mal sehen ob ich die nehme.
Tagesstrecke 75,37 km, zeit dafür: 4:35 h. Strecke ges.: 1137,78 km, (1655,37 km)
Na, dann viel Erfolg morgen mit dem Berg. Du hast soviel geschafft und bald bist du in Frankreich. Mach weiter so.
AntwortenLöschenAch papilein, strampel ordentlich weiter aber pass auf auf deinen "Lieblings" StraßeN auf auf dich.
AntwortenLöschenGanz bald bist du ja wieder hier.
Nich So melancholisch werden du hast es ja bald geschafft und dann ist hier der übliche trouble und du sehnst dich nach den ruhigen tagen auf dem Rad. ;D