Donnerstag, 9. April 2015

Bilbao - brennend

Die Übernachtung in der Pension Mendez ist wie so oft ohne Frühstück. Die nächste Bar kann da aushelfen. Vielleicht ist in der nahe gelegenen Markthalle ein kleines Frühstück möglich.
Markthalle auf der
Altstadtseite


Leider gibt es nur wunderbare Fisch-, Fleisch und Gemüsestände.


Neue Stadt
Bilder aus der Markthalle, natürliche Ver
richtungen ...

Mein Plan für heute sieht den Kauf von Bremsbelägen und den Besuch des Guggenheim-Museums vor. Infos zu Bremsbelägen bekomme ich in der "Turiinfo". Zuerst aber schnell noch den Kaffee. An der Ecke eine kleine Bar. Rauchend stehen ältere Männer davor. Erst will ich nicht hinein gehen, dann bin ich drin. Lauter Männer, einige mit Gehstock. Mit kräftigem Zug aber zittriger Hand werden hier schon die ersten Schnäpse gezogen. Man kennt sich und wer reinkommt wird begrüßt. Der Wirt ist bemüht, mir mein Frühstück Milchkaffee und Keks so angenehm wie möglich zu machen. Eine junge Frau, hilft beim Übersetzen. Eine alte Frau kommt hereingehinkt. Sie ist bekannt. Furchtbar, wie viele Menschen mit unvollständigem Gebiss durch die Gegend laufen. Was sie sagt kann ich schon deshalb nicht zu verstehen aber wir verhalten uns nett. Der Wirt rührt ihr rühend zugewandt ihr Getränk zurecht.
Richtung Gebirge

In der "Turizentrale" kann man mir zwei Bikeläden nennen, leider haben sie die benötigten Beläge nicht. Jedoch komme ich mit einem Mechaniker ins Gespräch. Ich erzähle von meiner Route. Auf der eben erworbenen Karte zeige ich ihm meinen geplanten Weg. Er rät ab. Ein ständiges up and down, meint er, man komme nicht voran. Als ich ihm sage welche Strecken ich bisher befahren  habe, klopft er mir anerkennend auf die Schulter. Er rät die Bundesstraße noch ein Stück zu fahren und dann erst auf die Küstenstraße abzubiegen. Das Gebirge habe weiter im Osten seine Schroffheit abgelegt und man könne leichter fahren.

Und nun das Guggenheim-Museum. Ein beeindruckender Bau. Hier herrscht das Runde vor. Die 
Guggenheim-Museum

Rundung ist doch das Natürlichste von der Welt. Nur wir Menschen bauen Ecken (oder haben welche...), dabei rundet sich doch ganz vieles über die Jahre ab. Nicht immer so ebenmäßig wie ein Kugel aber doch rund. Runde Sachen sind etwas Gelungenes. Auch innen ist vieles auf Rundungen bezogen. 10.000 m² Ausstellungsfläche können genutzt werden. In einem Raum hängen viele ganz große Gemälde von Anselm Kiefer. Sie wirken gut. Leider darf man die Bilder nicht fotografieren. Ich habe trotzdem ein bisschen versucht.
 
Verwunderlich fand ich die Bilder, die mit dem Gewehr produziert worden sind. Man hat kleine Farbbüchsen und -beutel in Material eingearbeitet, Alles in einen Rahmen gepackt  und dann darauf geschossen. Die rausklecksende Farbe verteilte sich und gestaltete das Bild. Na ja... Überhaupt bleibt mir manches verschlossen.


Das üblich "Zusammengewurschtel" unterschiedlicher Gegenstände und Materialien mit Farbe  und Kleister ist zwar manchmal ganz hübsch aber Kunst?!

Vor dem Museum flog stechender Geruch durch die Luft. Über einer Häuserzeile stiegen schwarze Rauchschwaden auf. Hinter der Häuserzeile war eine eingerüstetes Haus in Brand geraten. Flammen schlugen über die Brüstung und der Wind wirbelte dick schwarze Schwaden über die umliegenden Dächer.



Bei Abdichtungsarbeiten mit Bitumen und Brenner hatte Ramon Huerte Morenos, der Hilfsarbeiter Pech. Er war mit der heftigen Flamme seines Brenners an einen Haufen Kunststoffreste, die in einer Ecke gelagert waren, gekommen. Sie fingen gleich Feuer. Sein Vorarbeiter Javier Fernandes Vallino versuchte mit dem vorhandenen Wasser zu löschen. Doch die Flammen waren durch den Wind, der durch die offene Baustelle, wie durch einen Kamin zog, derart angefacht worden, dass seine Versuche misslangen. Ehe die Feuerwehr eintraf, brannte der obere Teil der Brüstung bereits heftig. Hilfsarbeiter und Vorarbeiter hatten sich zu diesem Zeitpunkt bereits in Sicherheit bringen können.
Die Fachleute von der Feuerwehr hatten mit schneller Hand bald alles unter Kontrolle und die Bewohner der umliegenden Häuser konnten aufatmen.

Nach dieser Beobachtung blieb ich in der nächsten Kneipe hängen und bestellte die Platte des Tages:
Altstadt
Bandnudeln mit Knoblauch, Pommes und zwei gebratenen Schweinestückchen, dazu Brot, Wein und zwei Mandarinen. Der kleine Kaffee wurde extra berechnet. Ein Mittagsschläfchen half die verbrauchte Energie zurück zu bringen. So gestärkt kann ich noch einen "Nachtbummel" machen.
Altstadtansichten, beide re. von "meinem" Balkon 





2 Kommentare:

  1. Lieber Rüdi,
    leider hatte ich mir keine Benachrichtigung auf Deinen Blog gelegt. Deshalb bekommst Du jetzt erst Post von mir.
    Whow - wirklich beeindruckend, was hier zu lesen und zu sehen ist.
    Lasss Dich nicht stressen, der Weg ist das Ziel. Deine Beobachtungen zu Land und Leuten sind wesentlich wichtiger als Deine tägliche Km-Strecke (;-))
    Seit Deiner Abfahrt war ich schon 2x in Breslau..... so lange bist Du schon unterwegs.
    Viele liebe Grüße, auch von Fritz
    Karin

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  2. Oh - die Arbeiten von Anselm Kiefer hätte ich so gern gesehen. Leider habe ich noch nie vor einem Original von ihm gestanden.

    Und dann wieder ein Feuer, Rüdiger.
    Aber auch Zeit für einen Bummel durch die Altstadt - schöne Fotos von den Häusern dort hast du gemacht.
    Und dein Mittagsmahl sieht echt verlockend aus ...
    Gutes Weiterradeln ...

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