Wieder ist der Tag gut zu Ende gegangen. Die Sonne schien am
blauen Himmel, die strammen Waden traten in die Pedalen was das Zeug hielt.
Und trotzdem, so richtig komme ich nicht
voran.

Jetzt sitze ich im
Lokal beim Nachtisch und einem Brandy. Den braucht ich bei diesen frischen
Temperaturen. Santillana del Mar ist ein schönes altes Städtchen. Der römische
Einfluss ist unverkennbar. In gemütlichen 30 Minuten hat man es erkundet.
Beeindruckend ist die Basilika „Santa Juliana.“ Ein Meister hat die Arbeiten an
den Kreuzgewölben beaufsichtigt. Sie sind beeindruckend schwerelos.
Die Straßen sind mit
Bruchsteinen gepflastert. Die Schuhe haben sie inzwischen glänzend getreten. Sie
laden zum Stolpern ein. Viele Häuser sind mit dem Material der Gegen erbaut.
Bruchsteine und Holz prägen ihr Antlitz. Auch das Hostal in dem ich übernachte steht
schon lange. Der Wirt hat viele alte Möbel, Bilder und Gegenstände gesammelt
und alles zur Schau gestellt. Das Zimmer
ist groß und ein Bad mit Wanne kann
ich heute mein Eigen nennen. 20 €. Eine Heizung gibt es und trotzdem muss wieder
die zweite Decke aus dem Schrank helfen.
Bis zum Mittag fuhr
ich auf der Bdesstraße N 632 weiter. Sie ist bequem zu fahren und weil
parallel die Autobahn verläuft, wenig frequentiert. Gegen Mittag machte ich im
sonnigen Windschatten an einem Bach Rast. Ein Gemüsesüppchen (Kartoffel,
Porree, Möhre, rt. Paprika, grüner Spargel und ein paar kleine Nudeln) wurden
im Topf gar. Der Bach plätscherte leise vor hin.
Selten flatterten kleine Vögel
im Geäst eines Schlehenstrauches.
So gestärkt bog ich von der N-Straße auf eine
küstennahe Nebenstraße ab. Landschaftlich wunderschön führte sie oberhalb des
Meeres in einem ständigen auf und ab zu meinem Ziel. 187 Meter war die höchste
Stelle. Mit zunehmender Erwärmung der „Landmassen“ steigerte sich auch der
Wind. Ich war gefordert. Zwei Stunden mit ca. 70 – 80 % Belastung zu fahren und
den ständigen Windgeräuschen zu lauschen erfordert Geduld.

Ich radle
gleichmäßig von einer Bergkuppe zur Nächsten. Es ist nicht zu ändern. Nur der
Langmut mit der Situation bringt den Erfolg. Den Zeitplan habe ich schon längst
begraben, denn ich habe die Küstenabschnitte falsch eingeschätzt. Die
Landschaft, der Blick zu den schneebedeckten Bergen, die Weite des Meeres oder
die Brandung in einer Bucht entschädigen für die Anstrengnug.
Heute habe ich 1000
km überschritten. Es ist immer wieder ein schönes Gefühl. So viel geschafft, so
viel gesehen und so viel erlebt. Nicht jede "1000" ist gleich, diese sind
besonders, weil sie nicht so einfach zu „erradeln“ waren.
Die Stadt beherbergt
eine interessante Kunstaustellung. Sie ist in einem alten Gebäude mit modernem
Teil untergebracht und z.Z. Juan Carlos Roman gewidmet. Für die
Kunstinteressierten habe ich Bilder und Bildausschnitte fotografiert.
Mal sehen ob mir der
Schlaf eine Idee zum Zeitplan bringt. Gute Nacht.
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| ...Marienkäfer fliege... |
Heute geradelt:
46,14 km; Gesamt: 1026,49 (1437,14 km)
Zeit i.F.: 4:00h, Zeit unterwegs: 6:41h
Lieber Rüdiger,
AntwortenLöschenwir wünschen dir noch viel Kraft und die nötige Zeit für die Verwirklichung deines Ziels. Ankommen!
Planung ersetzt den Zufall durch Irrtum, wenngleich wir dich natürlich gerne alle zum Geburtstag von Sabine dabei hätten. Vielleicht schaffst du es ja auch. Wir sind auf alle Fälle da und warten .....
Danke, dass wir an deiner Reise und deinen oft auch sehr persönlichen Eindrücken teilhaben dürfen. Es ist nicht nur beeindruckend sondern auch bewegend. Liebe Grüße aus Rostock!!!
Das hast du sehr schön in deinem Bericht von gestern gesagt, Rüdiger: "... eine solche Tour ist auch ein Durchradeln des eigenen Lebens."
AntwortenLöschenDeine Tour könnte also quasi ein eigener "Pilgerweg'" sein, der von keiner maßgeblichen offoiziellen Route abhängig ist, sondern nur von dir.
Ich wünsche dir ein gutes Weiterradeln.
Und noch rasch neugierig gefragt: In welcher Galerie hast du denn diese spannenden Bilder gesehen?